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Forstamt Ludwigslust : A14-Bau für Forst ein Millionenprojekt

Eine aktuell große Herausforderung für die Mitarbeiter des Forstamtes Ludwigslust mit Sitz in Kremmin sind die mit dem Bau der A 14 verbundenen Aufgaben. Es werden Einnahmen bis zu 10 Millionen Euro erwartet.  

 

Der Harvester im Auftrag des Forstamtes Ludwigslust beim Holzeinschlag von der B 5 vor Ludwigslust in Richtung B 191 Neustadt-Glewe.Harald Schulz ;Ein Bild aus vergangenen Tagen:


Kremmin | Eine aktuell große Herausforderung für die Mitarbeiter des Forstamtes Ludwigslust mit Sitz in Kremmin sind die mit dem Bau der A 14 verbundenen Aufgaben. Zu den Bauabschnitten in Mecklenburg-Vorpommern, in die das Forstamt als Institution der Landesforstverwaltung MV mit eingebunden ist, gehören als VKE 6 ein rund neun Kilometer langer Abschnitt von der Anschlussstelle Karstädt bis zur Anschlussstelle Ludwigslust und als VKE 7 ein rund 16 Kilometer langer Abschnitt von der Anschlussstelle Ludwigslust-Süd bis zum Autobahndreieck Schwerin. Dabei liegen die Schwerpunkte in der Waldumwandlung auf einer Fläche von 202 Hektar (ha), in der Ersatzaufforstung, hier sind 540 ha zu bewältigen, und im Waldumbau auf einer Fläche von 231 ha.


Auf rund 86 ha erfolgt die Wiedervernässung im Bereich Waldwiesen und Erlenwald, auf 106 ha wird die Biotoppflege im Wald umgesetzt und 49 ha Fläche werden in die Wiederherstellung des Waldmantels mit einbezogen, wie es Forstamtsleiter Dr. Holger Voß in der Power-Point-Präsentation beim Besuch des Landwirtschaftsministers Dr. Till Backhaus hervorhob.


Alle bisher erfolgten forstwirtschaftlichen Arbeiten sind Bestandteil des Sonderprojektes "Neubau der A 14 (Wismar-Magdeburg)". Die Umsetzung erfolgt nach dem ausgewiesenen Konzept in zwei Abschnitten, wobei sich für das Landesforstamt MV im VKE 7 folgende Berührungspunkte ergeben: Auf einer Fläche von 147,46 Hektar erfolgt eine

Waldumwandlung, davon sind 52,54 ha im Bereich Jasnitz und 94,95 ha in der Region Ludwigslust betroffen.


Auf einer Fläche von rund 410 Hektar ist eine Ersatzaufforstung vorgesehen, auf Jasnitz entfallen dabei 92,27 ha, für Ludwigslust sind es 220,24 Hektar. Für gleiche Maßnahmen werden in Friedrichsmoor 85,97 Hektar und in Wredenhagen 12,44 ha mit einbezogen. Für den Waldumbau kommen insgesamt 114,81 ha in Frage, 97,71 ha entfallen dabei auf Flächen in Forstamt Ludwigslust und 17,10 ha auf Gebiete im Forstamt Friedrichsmoor. Was die Waldbilanz im Abschnitt VKE 7 betrifft, so werden in diesem Bereich auch 86,70 ha Fläche eine Wiedervernässung erfahren, auf 100 Hektar übernehmen die Forstleute des Forstamtes Ludwigslust die Biotoppflege im Wald. Auch die Waldrandgestaltung spielt in diesem Konzept eine Rolle, auf 22,82 ha werden entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Und ganz entscheidend ist dabei auch der Punkt Artenschutz: Auf 284 Hektar werden die Mitarbeiter des Forstamtes auf die Einhaltung der Qualitätskriterien achten. Zu den Aufgaben der Forstamtsmitarbeiter aus Ludwigslust gehören beim Thema Artenschutz auch das Aufstellen von insgesamt 90 Nisthilfen für Fledermäuse und 40 Nisthilfen für Vögel. Alles in allem stellen die mit dem A14-Bau-Projekt verbundenen Arbeiten auch eine große waldbauliche Herausforderung für die Forstleute dar.


Die nördliche Anbindung des VKE 7 an die A 24, Autobahnkreuz Schwerin, ist gesichert. Anders sieht es bei der südlichen Anbindung des VKE 6 an die Landesgrenze Brandenburg (VKE 5 - Planfeststellungsverfahren Land Brandenburg) aus. Das Problem: Der BUND Brandenburg reichte im Juni 2012 Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Autobahn A14 im Abschnitt Karstädt/Groß Warnow (VKE 1155) beim Bundesverwaltungsgericht ein. Die A14-Klage wird frühestens 2013 entschieden.


Für die Landesforst, zu dem das Forstamt Ludwigslust als Einrichtung gehört, ergeben sich als Auftragnehmer im Zuge der A14 vielfältig zu lösende Aufgaben, die Artenschutz-maßnahmen, z. B. Fledermausschutzwälle und Laichgewässer, Ersatzaufforstungs- und Umbaumaßnahmen sowie Holzeinschlag und Trassenrodung umfassen. Es werden Einnahmen bis zu 10 Millionen Euro erwartet. Der Stand der Einnahmen per 30. November betrug rund 1,06 Millionen Euro.
von Michael Seifert , erstellt am 01.Jan.2013 | 05:26 Uhr
Kommentar:


Zitat: „Für die Landesforst, zu dem das Forstamt Ludwigslust als Einrichtung gehört, ergeben sich als Auftragnehmer im Zuge der A14 vielfältig zu lösende Aufgaben, die Artenschutzmaßnahmen, z. B. Fledermausschutzwälle und Laichgewässer, Ersatzaufforstungs- und Umbaumaßnahmen sowie Holzeinschlag und Trassenrodung umfassen. Es werden Einnahmen bis zu 10 Millionen Euro erwartet. Der Stand der Einnahmen per 30. November betrug rund 1,06 Millionen Euro.“
Die auf dem Papier propagierte Umsetzung der Ziele Artenschutz, Erhalt bzw. Aufbau von Laichgewässern, Ersatzaufforstungs- und Umbaumaßnahmen müssen bei kritischer Würdigung der tatsächlich betriebenen und geplanten Maßnahmen eher als gescheitert, bzw. vielleicht sogar von Grund auf als Pseudo – Naturschutz bzw. reine Makulatur gewertet werden (vgl. Artikel 1).  Das Aufstellen von  90 Nisthilfen für Fledermäuse und 40 Nisthilfen für Vögel erscheint überaus effektiv(?) vor dem Hintergrund, dass bei gleichzeitigem Einsatz von bis zu drei Harvestern zur realen Nistzeit, keine wirkliche Chance zum Nisten verbleibt.


Zur Information über die Auswirkungen bei Einsatz von Vollerntehelfern = Harvestern:

 

Entnommen aus (W wie Wissen Das Erste, Daniel Schwenk (BR), Stand  vom 07. Aug. 2015 12:12 Uhr  
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Spuren der Harvester
Querschnitt eines Baumstamms
Ein für Deutschland bislang einmaliger Langzeitversuch hat die ökonomischen und ökologischen Folgeschäden der Erntemaschinen untersucht. Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising und der Technischen Universität München untersuchten sechs Jahre nach einem kontrollierten Harvester-Einsatz ein Waldstück bei Augsburg. Dabei fanden sie heraus, dass fast jeder zweite Baum entlang der Fahrspur der Erntemaschinen verletzt war. So gut wie jede Verletzung führte dazu, dass Pilze ins Holz eindringen konnten – unabhängig davon, ob eine Erntemaschine mit Rädern oder mit Ketten eingesetzt wurde.

 

Diese Pilze, der Hallimasch etwa oder eine Art des Wurzelschwamms, zersetzen das Holz und breiten sich von den verletzten Wurzeln in den Stamm aus. Im Computer-Tomograph zeigte sich, dass die Pilze bereits mehrere Meter den Stamm hinaufgewandert waren, als die Bäume untersucht wurden.

 

Über Verwachsungen an den Wurzeln können sogar benachbarte, unverletzte Bäume infiziert werden. Um mehrere Prozent sinkt der Ertrag eines Waldstücks, wenn es zu solchen Pilzinfektionen entlang der Fahrspuren kommt. Vor allem die häufigste deutsche Baumart, die Fichte, ist besonders anfällig für Pilzinfektionen. Ein Mischwald, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, käme mit den Schäden weitaus besser zu Recht. ........


Zu schwer für den Boden

Ein Harvester hinterlässt Reifenspuren
Mit einem Mischwald wäre aber nur ein Problem gelöst. Denn schwere Maschinen beschädigen nicht nur das Holz, sondern haben Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Der Untergrund wird so stark verdichtet, dass Wasser und Luft oft nur noch unzureichend weitergeleitet werden können. Im schlimmsten Fall - bei den Maschinen mit Reifen, bei denen der Druck ungünstiger verteilt ist - bleiben nur noch fünf Prozent der ursprünglichen


Leitfähigkeit erhalten. Auch nach Jahren ist nur eine geringe - oder in einigen Fällen sogar keine - natürliche Regeneration der Böden nachweisbar. Untersuchungen aus der Schweiz zeigen, dass sich unter dem Druck der Maschinen auch die Bakterien-Zusammensetzung im Boden verändert. Eine Folge: Mikroorganismen, die alte Wurzeln, Äste und Blätter zersetzen und dafür auf Sauerstoff angewiesen sind, werden weniger.

 

Dem Waldboden fehlt so auf

Dauer wertvoller Dünger. Das Problem verschärft sich noch, wenn auch noch Baumstümpfe und Restholz nicht mehr liegen bleiben und verrotten, sondern für Hackschnitzel und Pellets aus dem Wald geräumt werden.


Empfehlung der Forscher

Die Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising und der Technischen Universität München empfehlen vor allem einen vorsichtigeren Umgang mit den schweren Erntemaschinen. Weniger Einsätze auf nassen und empfindlichen Böden etwa. Weniger Einsätze in Hanglagen, wo sie besonders viele Schäden anrichten. Und vor allem eine Beschränkung von Größe und Gewicht. Denn je größer und schwerer die Maschinen sind, desto größer sind die Schäden, die sie im Wald anrichten.
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Bei weiterem Interesse :

 

Adressen & Links
Förster Peter Wohlleben stellt auf seiner Homepage seine Arbeit und seinen Wald vor:

 

Die Homepage der Bayrischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, auf der es Informationen über moderne Erntemethoden gibt:


Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL (Schweiz) befasst sich mit der Nutzung und dem Schutz von Landschaften und Lebensräumen, sie hat die Untersuchungen des Waldbodens durchgeführt:

 

 

Bild zur Meldung: Forstamt Ludwigslust : A14-Bau für Forst ein Millionenprojekt