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Kapitel 4

Einfach ´mal Danke Sagen !

 

Ich komme gerade von meiner Stippvisite aus dem Garten zurück, glücklich und zufrieden.

Hier und da genascht an den überreichen Tomaten und von den Kräutern; geschaut, ob bei der Hitze, (momentan 34 °C gegen 16.00 Uhr), alle Tiere genug und vor allem frisches Wasser zum Trinken und Baden haben. In den Badestellen schwimmt vorsorglich immer je eine Feder von den frechen Gänsen, damit die ganz Kleinen Lebewesen, nämlich die Insekten, nicht elendig ertrinken müssen.

Die Vogelbadestellen neu gemischt, so erfrischen sich unsere gefiederten Freunde.

 

Eine Amsel spaziert hinter mir her, in der Hoffnung, dass ich wieder zum Schlauch greifen werde und dann giesse. Denn nur so kommen die gesuchten Leckerbissen hoch an die Oberfläche und können genüsslich gezupft und verspeist werden. Heute nicht,  - kleine Amsel-, heute sammele ich mir eine Schüssel voller süßer Tomaten - hier nimm und probier eine davon. Ich werfe ihr eine hin und schwupps ist diese im Schnabel verschwunden. Es klopft im Bergahorn, - nanu wer ist denn das?  Ruby bellt ganz aufgeregt. Ich schaue in den schönen mächtigen Baum und erblicke  einen Buntspecht, der eifrig nach Insekten pickt. Der gute alte Ahornbaum hat seine Blätter nach unten gerollt, um die Hitze besser zu überstehen; die kleinen Pflanzen darunter sind dankbar für den lebensrettenden Schatten und haben so mehr Chancen in der Hitze nicht komplett zu verdorren.

 

Überall aus den Büschen, Sträuchern und Stauden summt und brummt es. Huch - was war denn das  - ? , da sitzt jetzt ganz frech eine Heuschrecke in meinem Schüsselchen und schaut mich an. Bevor ich sie vorsichtig greifen kann, ist sie auch schon wieder hinaus gehüpft in die Tomaten.

Oh wie hübsch, ein Kolibri-Falter saugt mit seinem langen Rüssel den süßen Nektar aus den Flammenblumen, dem Phlox. Ich beobachte ihn fasziniert. Wie lang der Rüssel ist. Jetzt zum Beginn der Abendzeit kommen die Nachtfalter hervor, um noch ein wenig Sonne zu tanken, und um dann in der Nacht auf Nahrungssuche zu gehen.

In den Abendstunden öffnen sich jetzt auf dem alten Forsthof nicht nur die gelben Nachtkerzen, auch die Wunderblume mit ihren Kelchblütten öffnet nun langsam die Necktartheke und lädt die Nachtfalter zum Mahl ein.

 

Vor der Kellertür sitzen Fritz und Karl -die beiden Erdkröten - in ihren feuchten Blumentöpfen und warten auf die überzähligen Mücken.

Ich habe die beiden schon mehrfach nach oben in den Garten gesetzt, aber nein - jeden Morgen waren sie wieder an der gewohnten Stelle, jeder in seinem eigenen Topf, und warteten geduldig auf die Mücken.

Vor der Kellertür bleibt es auch bei großer Hitze nach täglichem Giessen schön feucht und modrig. Wer hier fest wohnt, muss auch irgendwie heißen und so haben die beiden von mir einen Namen erhalten.

 

Die Schwalben fliegen hoch über mir, fangen Insekten und Mücken oder sitzen auf dem Stromkabel um miteinander zu schnattern.

Meine kleinen Schwalben, ihr Flugkünstler der Lüfte in edlem Gewand. Schwarzblau schimmert das Gefieder, der schöne rötliche Hals. Eure Kinder hingegen, welche immer hungrig und fordernd nach Futter rufen, sehen noch aus wie kleine schlechtgelaunte Gremlins.

 

Viele von Euch leben auf dem Alten Forsthof im großen Stallgebäude, den Garagen, Kellerräumen und wenn ihr wieder dürftet,  auch im Haus. Jedes Jahr werden pro Nest bis zu 5 Küken geboren. Wir staunen immer wieder über die hohe Anzahl von Nestern, momentan sind es mehr als 50. Ihr hinterlasst viel Unrat und wenn es im September zurück auf die Winterreise geht, habe ich viel Mühe, alles wieder sauber zu wischen. Die Nester bleiben natürlich stehen und werden auch jedes Frühjahr wieder bezogen, renoviert und ausgebessert.

 

Welch eine Freude zu beobachten, wie ihr das Nistmaterial in der Luft fallen lasst, um zu überprüfen, dass es nicht zu schwer und dennoch brauchbar ist. Wie gut, dass die Gänse soviel alten Winterflaum abputzen, der dann  wieder für die Nester genutzt wird. Weißer Flaum oder die weißen Hundehaare von Ruby und Finni werden ebenso gerne angenommen, und so lasse ich nach dem Ausbürsten der Hunde immer einige Knäuel Haare liegen. Oft ist am Folgetag kaum noch etwas davon übrig geblieben.

 

Ich schlendere also weiter durch den Garten, - überall ist Leben -, es zirpt, singt, summt um mich herum – das ist es also, - das Wunder der Natur, wild, unaufgeräumt und strahlend schön.

 

Hier unter den Blättern der Strauchwicke sehe ich viele kleine grüne Käfer , sicherlich für die einen Schädlinge, für die anderen sind sie aber eine Futterquelle. Ich nehme einen auf den Finger, lustig sieht ein Käfer aus,wenn man ihn ´mal genauer betrachtet.

 

Die Dahomeys - Gunni und Fiete - liegen dösend in ihrem Stall; als sie mich sehen muhen sie leise, dann aber immer wilder. Juch-Hu es ist soweit, wir gehen Äpfel pflücken.

 

Ich nehme den Pflücker, zupfe eine paar Äpfel vom Baum und schüttele noch einmal an den Ästen. Die reifen Äpfel fallen zahlreich zu Boden.

Und natürlich nicht nur wie üblich auf meiner Seite, auch auf Nachbars ach so ordentlicher, aber Lebewesen feindlicher Ausbeutungsfläche. Heute morgen stand das Rehwild am Zaun und knabberte an den herunter gefallenden Äpfeln. Finni - unser HSH, war ganz verdutzt, dass das Wild keine Anstalten zur Flucht unternahm, obwohl es nur durch den Zaun von ihm getrennt war. Passt gut auf euch auf, kleine Rehlein wünsche ich den Beiden, winke ihnen zu und drehe ab zum Stall, um die Rinder und Gänse in die frische Morgenluft heraus zu lassen.

 

Ich verneige mich in Demut und habe das starke Bedürfnis  Danke zu sagen für die schönen Natur- Momente, die ich auf dem Alten Forsthof jeden Tag erleben darf.

 

Ich freue mich, dabei behilflich zu sein, die Artenvielfalt ein wenig bewahren und schützen zu können, Wenn auch nur in dieser Oase, also auf sehr begrenztem Raum, dafür aber mit leidenschaftlicher Hingabe.

 

Die Kehrseite auf dem nach ganz gegenteiligen Grundsätzen verwaltetem Großteil der Wabeler Waldfläche:

 

Ein Blick über den Gartenzaun und sie kocht hoch in mir, die loderne Wut über soviel Zerstörung, veranlaßt durch Gleichgültiglkeit, offenbare Sachunkenntnis und den stetig wirkenden Drang nach Profit, der dann oft letztlich aber doch ausbleibt, prägnant im Handeln und in den verursachten Folgen, markant und folgenschwer, kurz

 

 

Das Wirken der Landesforst!