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Kapitel 5

Fiete wird ein Ochse !    Fiete - Jung-Kalb

 

Die Tage plätschern so dahin. Langsam gewöhnen sich die Muhis an ihre neue Umgebung.

Die beiden Kälber stehen nun eng aneinander gekuschelt ganz erschöpft im Stall; tagelanges Rufen nach der Mutterherde blieb vergeblich.

 

Ab und zu trauen sie sich aus ihrem geschützten Bereich heraus, um zu schauen wo sie denn bloß gelandet sind. Nach einiger Zeit darf Barry von der Laufleine; aber…. trotz des klaren Verbots jagt er dennoch immer mal wieder hinter den Kälbern her.

Lass das, ruft dann Frauchen erbost und droht dem frechen Barry mit dem Zeigefinger.

Pass auf, mein Freund, sonst setzt es einen Klaps, wenn du nicht damit aufhörst. Barry schnauft nur verächtlich, klappt seine langen Ohren zu und will partout nichts gehört haben.

 

Dann eben ab in den Zwinger, wer nicht hören will muss fühlen. Frauchen stapft wütend los, um Barry in den Zwinger zu sperren. Ich gehorche nicht, ich will nicht, nein, nein, fang mich erst einmal „du lahme Ente“ knurrt Barry Frauchen frech an.

 

Ich bin erstarrt, warum ist der Barry denn so frech und aufsässig; auch mich knurrt er in  letzter Zeit häufig an. Das ist die Pubertät, sagt Frauchen genervt, genau wie bei den Menschenkindern. Nicht hören, ….alles besser wissen ….und im Hirn nur Spinnereien.

Ich muss grinsen, weil Frauchen gar nicht mehr aufhört zu schimpfen. Gott sei Dank versteht sie nicht ganz, was für Frechheiten Barry ihr hinter den Büschen entgegen schleudert.

 

Sie kriecht ins Gestrüpp und zieht einen knurrenden, sich heftig wehrenden Barry hinter sich her. Kurz vor der Zwingertür und einer langen Schleifspur gibt Barry auf und geht folgsam in den Zwinger hinein. Bis aufs nächstes Mal, …das üben wir dann wohl noch einmal – keine Kälber jagen, okay! Grrr – Grrr, macht Barry und verschwindet beleidigt in der Hundehütte.

 

Ich laufe brav neben Frauchen her und würde so etwas natürlich niemals (?)  machen. Frauchen lacht, ja solange der Gejagte größer ist als du bestimmt nicht, aber auch ein kleiner Spitz huscht gerne hinter wehrlosen Opfern her. Dabei krault sie mich unter dem Kinn und geht ins Haus.

 

Die Muhis werden nun von Tag zu Tag zutraulicher und lassen sich immer besser händeln. Besonders zu den Fütterungszeiten kommen sie auf Ruf sofort angerannt.

 

Der Sommer ist schon fast vorbei, da steht ein neuer Termin ins Haus. Fiete unser Bullen-kälbchen muss kastriert werden. Er und Gunni sind nämlich Halbgeschwister, von daher darf er kein Junge mehr bleiben. Frauchen ruft den Tierarzt und verabredet einen Termin.

 

Der Tierarzt rät zu einer unblutigen Kastration, dem sogen. „Kneiffen“ und schlägt einen Termin in der frühen Herbstzeit vor. Dann sind die Fliegen/Mücken nämlich nicht mehr ganz so schlimm und Fiete kann sich dann besser erholen Er kämpft unterdessen spielerisch mit seiner Schwester auf der Wiese und ahnt natürlich nichts von seinem Schicksal.

 

Frauchen übt während dieser Zeit geduldig das Anlegen der Halsbänder.

Das ist aber meins, jault Barry, mein Lieblingshalsband. Du dummer Kerl, sagt Frauchen und schüttelt verneinend den Kopf, das ist dir doch schon viel zu klein und dem Fiete passt es jetzt gerade. Aber nun stinkt es nach Rind, mault Barry und trottet beleidigt ab. Gunni hat noch ein kleineres Halsband um, Herrchen hat das extra für Gunni besorgt, selbstverständlich in rot, extra für Mädchen.

 

 

Halsband um und den Führstrick anklicken, so müssen die beiden Kälber lernen, sich anfassen und bürsten zu lassen. Höchst ungern und mit viel Gezanke geht das häufig von statten. Frauchen braucht v.i.e.e.e.l Geduld und lässt sich auch von Attacken nicht aus der Ruhe bringen. Jetzt kann ich sie noch halten, meint sie, um Luft ringend zu mir, aber bald sind sie groß, mit ausgewachsenen Hörnern, und sind dann auch viel stärker als ich.

 

Das leuchtet mir ein, manchmal wenn Frauchen den riesigen Barry schnappt und er mal wieder mault und nicht will, zieht sie das Ungetüm von Hund auch einfach hinter sich her. Meist gibt Barry nach kurzer Zeit auf, aber auch Frauchen ist geschafft, sind es doch immerhin fast 50 kg Lebendgewicht.

Das muss sein, erklärt sie mir. Barry ist oft sehr sturköpfig, halt ein Herdenschutzhund, und er muss Respekt vor mir als Rudelführer bewahren. Aber auch ich muss ein guter Rudelführer sein. Respekt kommt nur von Kompetenz, erklärt mir Frauchen. „Ich bin da raus“, rufe ich fröhlich, „ich mache ohne Zucken und Murren, was du sagst“ und laufe laut bellend durch den Garten. „Wer´s glaubt“, ruft Frauchen mir hinterher und geht ihrer Tätigkeit nach.

 

Der Tierarzt kommt.

 

An einem warmen, milden Oktobertag kommt der Tierarzt, „So… wo ist denn nun unser Patient“, fragt er freundlich. Barry kommt fröhlich angelaufen und beschnuppert ihn interessiert. Nanu, doch nicht etwa du, schmunzelt der Tierarzt, obwohl du ja schon so groß wie ein Kalb bist. Nein, nein, sagt Frauchen und begleitet den Tierarzt zum Kälberstall. Dort hat sie schon alles vorbereitet. Die Kälber tragen beide ihr Halsband und lose die Anbindestricke.

 

Gunni merkt, es ist etwas anders und greift den Tierarzt an. Solange Fiete noch nicht in Narkose ist, sollte Gunni noch bei ihm bleiben, zur Beruhigung, erklärt Frauchen dem Tierarzt. Aber sie soll mich nicht angreifen, mahnt der Tierarzt und schaut Gunni forsch an.

Frauchen stellt sich vor Gunni und drängt sie in die Ecke. Währenddessen zieht der Tierarzt das Narkosemittel in der Spritze auf. Was meinen Sie, fragt er Frauchen, wie viel Kilo hat der Bursche jetzt? Ich denke so um die 90 Kilo, erwidert Frauchen und der Tierarzt nickt zustimmend mit dem Kopf und nimmt soviel wie nötig an Narkosemittel.

 

Barry und ich warten vor der Stalltüre, wir sind ganz still und lauschen, was da drinnen vorgeht.

Frauchen muss nun Fiete fangen und halten. Zack… losgerissen; aber beim zweiten Versuch hat sie ihn und der Tierarzt setzt die Narkose. Fiete geht schnell in die Knie und der Tierarzt setzt noch einmal nach, bis Fiete richtig schläft.

Nun öffnet Frauchen die Stalltür, sperrt den Barry und mich in den Heustall nebenan, damit Gunni aus dem Stall nach draußen laufen kann.

 

So nun kann sie uns nicht mehr stören, meint der Tierarzt und beginnt mit der Kastration.

Er erklärt Frauchen die Vorgehensweise und Frauchen muss erst ´mal schlucken.

Mit einer Zange werden die  Hodenstränge abgequetscht. Es knackt richtig und das Geräusch ist sehr unangenehm. Frauchen und der Tierarzt schütteln sich vor Abscheu, aber es muss leider sein. Zudem ist diese Methode angeblich verträglicher für ein männliches Rind.

 

Nach wenigen Minuten ist alles erledigt, noch einmal Kontrolle, ob alles richtig ist. Eine Spritze mit Schmerzmittel und die Aufwachspritze.

 

Fiete liegt noch dösend im Stroh, da darf Gunni wieder zu ihm rein. Frauchen schließt die Stalltür, damit Fiete langsam wach werden kann und verabschiedet den Tierarzt.

 

Wir dürfen wieder hinaus und schnuppern alles ab, anschließend gehen wir ins Haus ´was futtern, Frauchen natürlich zum Kaffeetrinken.

 

Nach einer halben Stunde schaut Frauchen nach Fiete, und er steht schon wieder im Stall und knabbert Heu. Natürlich hat er Hunger. Er und Gunni haben ja seit gestern Abend nichts mehr zu Fressen bekommen. Fiete ist zäh; kurze Zeit später will er schon wieder raus auf die Wiese. Frauchen lässt ihn und ist überrascht, wie schnell Fiete wieder auf den Beinen ist, sogar Hörnerspielchen macht er schon wieder mit seiner Schwester Gunni.

 

´Mal schauen, was der nächste Tag so bringt.

Am nächsten Morgen ist Fiete munter und hungrig. Laut muhend verlangt er mit Nachdruck nach seinem Futter. Obwohl unten alles angeschwollen ist und sicherlich auch blutunter-laufen, will er raus. Er bewegt sich recht normal; nur ab und zu sieht man, dass Bewegung ihm jetzt manchmal unangenehm ist.

Frauchen ist erstaunt und überrascht zugleich. Dennoch findet sie diese Behandlungsart  barbarisch. Leider birgt die Haltung eines potenten Bullens mit weiblichen Tieren einige Gefahren und deshalb ist abzuwägen. Hier eben jetzt diese Art von Kastration… und Fiete kann im Anschluss ein entspanntes Leben als Ochse und Landschaftspfleger führen.

 

Der Herbst zieht über das Land, …die Blätter trudeln von den Laubbäumen …und wir versinken in Laub. Frauchen recht alles schön zu Laubhaufen zusammen, um es dann als Kuschelbett für die Pflanzen im Garten zu verteilen. Tja, da hat sie aber die Rechnung ohne Barry und ohne mich gemacht. Wir toben in den Laubhaufen, …werfen uns hinein…wühlen, wälzen uns hin und her …, und so verteilen wir alles wieder. Frauchen schaut uns nur entgeistert zu und schüttelt mit dem Kopf.

„Komm Frauchen, das macht Spaß, mach mit“. Da lässt sie sich nicht zweimal bitten und wir liegen alle im Laubhaufen. Frauchen wirft mit Blättern und Barry versucht sie zu fangen. Ich bin ein Igel, belle ich begeistert und verstecke mich im Haufen, schwups bin ich schon verschwunden und schwups, da bin ich wieder. Nach einer kurzen Zeit ist die ganze Gartenarbeit zunichte, Frauchen und wir sind müde aber glücklich. Das kann bis morgen warten, mache ich es eben noch einmal, aber dann muss es in die Beete, damit die Pflanzen im Winter nicht frieren.

Ja und auch nicht den Igelhügel vergessen, japse ich ganz außer Atem. Dort wo du immer Holz aufschichtest und es dann mit Laub auffüllst. „Stimmt genau,“  ruft Frauchen, das ist das Winterhäuschen für den dicken Siggi.

 

Siggi, du kennst den dicken Siggi nicht, das ist unser Igel. Nachts sitzt er gerne im großen Hundepott von Barry und schleckt genüsslich die Futterreste aus. Der ist so dick, …er passt kaum noch in den Pott, und drehen kann er sich schon gar nicht mehr.

Barry ist dann natürlich stinksauer und will den Siggi aus seinem Napf vertreiben. Er bellt und versucht Siggi zu beißen, der aber rollt sich nur ein wenig ein und frisst gemütlich weiter. Barry bellt und bellt, so doll und so lange, dass Frauchen mitten in der Nacht aufstehen muss, ich natürlich auch, …wie toll das nachts draußen ist! Sie zieht sich schnell ´was Warmes über und holt die Taschenlampe. An der Treppe steht schon die Schaufel parat. Die dient als Transportmittel für den dicken Siggi. Ach Siggi, sagt Frauchen müde, musst du schon wieder den Barry ärgern. Nö…, ich speise, grunzt Siggi, guckt uns an und schnuppert mit der Nase in unsere Richtung.

So, Siggi nun ist Schluss, …rauf auf die Schaufel und rein in den Wald. Frauchen nimmt den Napf samt Igel und schüttet ihn vorsichtig auf die Schaufel. Siggi, der das schon kennt, kugelt sich zusammen und bleibt ruhig liegen.

Frauchen hat eine Zaunstelle am Teich und lädt den Siggi dort ins Gras. „Ab mit dir du Dickerchen“ ruft sie ihm nach. Siggi macht sich davon. „Bis morgen“ ruft er noch fröhlich und ist dann schon im Dickicht verschwunden.

 

So, nun aber rasch zurück ins Bett. Frauchen streichelt noch Barry, ermahnt ihn weiterhin so gut aufzupassen und wir beide gehen zurück ins Haus. Gute Nacht Ruby, schlaf´schön. Bis morgen quieke ich leise und bin gleich wieder eingeschlafen.

So vergehen die Herbstwochen, …immer wieder die nächtlichen Besuche von Siggi, begleitet vom lautstarken Protestgebelle von Barry.

 

Dann wird es merklich kälter,… es friert. Frauchen muss nun schon Wasser zu den Muhis schleppen. Draußen ist das Wasser im Schlauch gefroren. Also gibt es warmes Wasser aus der Küche. Nun beginnt auch die lange Phase der Winter-Vogelfütterung. Frauchen stellt überall die Futterhäuschen auf, hängt Meisenknödel (ohne Netze) in die passenden Ringe und gießt morgens warmes Wasser in die Vogeltränken.

 

Jetzt ist er da …der Winter.

 

Wow, wie schön ist das denn? Es hat über Nacht geschneit; alles ist so wunderbar still. Ich kann kaum die Augen offen halten. Alles ist so weiß und glitzert in der Morgensonne.

 

Juhu ruft Frauchen, komm Ruby ….raus in den Schnee.

Barry kommt uns schon entgegen. Er ist voller Schnee. Über die Nacht hinweg hat er sich einschneien lassen. „Das ist gemütlich“ bellt er begeistert, wir aber frieren schon bei der Vorstellung nachts im Schnee zu schlafen. Kommt ihr Zwei, wir lassen die Muhis raus, die zwei haben noch nie Schnee gesehen.

 

Ohja, bellen wir lauthals und laufen zum Stall. Frauchen öffnet die Stalltür und zwei schwarze Köpfe schauen entgeistert hinaus in die Schneepracht. „Was ist das?“ fragt Gunni Fiete, „keine Ahnung!“ vielleicht kann man das ja essen - ich pro Bier` es mal. Er senkt den Kopf und leckt am Schnee; „schmeckt nach nichts“ sagt er und wagt einen Schritt nach draußen. Es fühlt sich aber lustig an den Klauen an. Er tobt hinaus und auch Gunni ist nun nicht mehr zu halten. Es wird getobt, gesprungen und Schnee geschleckt.

Diese Freude ist ansteckend, und auch wir fangen an herum zu toben. Frauchen wirft sich in den Schnee und Barry albert mit herum. Ich will auch mitmachen, sehe aber nichts als eine weiße Wand um mich herum. Ich bin wohl zu klein oder der Schnee ist zu hoch. Ich belle, „hallo hier bin ich!“ Frauchen und Barry hören auf zu Toben und schauen sich fragend an. Huch, der Schnee kann ja sprechen, bellt Barry und auch Frauchen hält ihr Ohr ganz nah an den Schnee. Stimmt sagt sie, ich höre es auch.

Ich bin es doch, …hallo hier bin ich,…sieht mich denn keiner?

Ich höre Gekicher,… Frauchens Hand fasst in den Schnee und schwups bin ich zu sehen.

Schau mal Barry, der sprechende Schnee, schmunzelt Frauchen setzt mich bei sich auf den Bauch und macht einen Schneeengel.

 

Als wir alle ausgetobt haben, bekommen die Muhis ihre Heuportion. Anschließend schaufelt Frauchen noch die Wege frei und für mich extra kleine Parzellen für mein Geschäftchen. Ich kann ja schlecht hochpinkeln oder sonst was, wenn nur meine Nase aus dem Schnee schaut.

 

Danach bekommen die Muhis ihr Müsli, die Waldvögel ihre Körner in die Futterhäuschen geschüttet, und wir machen uns auf den Weg ins Haus.

Und nun kommt ihr dran, heute gibt es ´mal wieder lecker Gekochtes, Hühnchenleber mit Nudeln,… phantastisch. Barry und ich schlemmen bis wir fast platzen. Nach dem Essen geht Barry …wie morgens üblich… nach draußen. Ich schaue Frauchen beim Frühstücken zu. Da darf ich dann auf der Fensterbank liegen. Dort hat Frauchen extra ein schönes weiches Kissen für mich hingelegt. Oft schaue ich auch den Waldvögeln beim Gezanke an den Futterplätzen zu.Wenn ich keine Lust mehr habe, springe ich auf den Stuhl und dann hinunter auf den Boden, schauen wo Frauchen schon wieder steckt.

 

Wenn der Schnee besonders hoch ist und zufällig noch Wochenende, dann ist hinter dem Alten Forsthof gehörig was los. Die Strasse wird hinter unserem Haus nicht vom Schnee geräumt und somit sind die Waldwege ideal um Schlitten zu fahren. Häufig sehen wir dann einen Traktor, - wohl aus Blievenstorf - , mit mehreren Schlitten hinten angehängt und einer Horde fröhlicher Kinder. Es wird gejauchzt und gerufen, und Barry läuft bellend am Zaun entlang. Ich belle dann mit … oben von der Treppe aus.

Manchmal kommen auch Familien aus Neustadt mit dem Auto, halten hinter dem Forsthof an, um die Schlitten anzuhängen. Und dann geht die Schlittenfahrt ab.  Nach solch einem lustigen Tag sind wir alle hundemüde und der Abend wird nicht lang.

 

Der Winter kann aber auch sehr lang werden, und dann wird die Kälte, Nässe, das ewige Wasserschleppen  und alles Andere nervig. Diese Tage kennen wir auch zu gut. Dann haben alle schlechte Laune, Frauchen klagt über Schmerzen im Knie und im Rücken. Das Essen schmeckt nicht – ….ist einfach alles doof.

 

Wir freuen uns dann über jeden hellen, sonnigen Tag und die Laune wird allmählich besser.

 

Wenn dann die ersten Schnneeglöckchen aus dem Boden sprießen, neigt sich der Hauptteil des Winters dem Ende zu. Frauchen sitzt dann am Computer …tippt, liest und notiert, mal kommt dann aha.. achso! Muss ich mir notieren, guter Tipp!

Barry und mir ist dann voll langweilig, Frauchen soll sich doch um uns kümmern und nicht in diesen komischen Kasten starren. Wir nerven dann extra stark, Barry bellt draußen und ich im Flur, ….ganz ganz laut und ganz …………….laaanngee.

 

Moment noch …ruft Frauchen, ich will nur noch dieses hier rasch lesen... Was liest du denn andauernd belle ich frech? Ich schaue nach Saaten von Wildblumen für den Sommer und den Herbst. Es ist hier mit der Anpflanzung auf unseren mageren Sandboden nicht so einfach, und zudem treibt ihr Zwei auch jede Menge Unsinn in meinen Beeten und damit meine ich nicht nur die Buddellöcher.

 

Barry und ich finden Buddeln im Garten einfach toll, auch Sachen verbuddeln machen wir gerne. Ich finde meine aber seltsamerweise nicht mehr wieder und Barry findet andauernd ´was zu knabbern, ….komisch!

 

Weil er dir alles wegräubert, sagt Frauchen. Was?.. ich glaub ich spinne, …ich renne sofort zum Barry und belle ihn an, ob das stimmt. Barry schaut weg und meint n ö h! Schau mich an, belle ich zornig. Barry dreht seinen Kopf zu mir und ich sehe noch ein schelmisches Grinsen. Also, doch, hat Frauchen also recht, du doofer Barry, belle ich wütend und ziehe frustriert ins Haus.

 

Mach dir nichts draus, ich pass schon auf, dass du nicht verhungerst, versucht Frauchen mich zu trösten. Sie versteht das aber nicht, gerade Verbuddeltes schmeckt doch um Vieles besser. Je länger im Boden, desto leckerer. Frauchen findet das widerlich, aber wir Hunde lieben es geradezu. Auch sich darin zu wälzen macht riesigen Spaß. Stinken bis zum Abwinken, kreischt Frauchen dann immer, hält sich die Nase zu, und wäscht mich dann im Waschbecken. Barry darf solange er stinkt halt nicht ins Haus, ist ihm aber auch recht. Er ist sowieso am liebsten draußen.

 

Die Tage werden nun wieder länger hell; es wird auch ein wenig wärmer und die Luft riecht frisch und fordert nach Abenteuern. Ich freue mich auf das Stöbern im Wald, aber Barry wird immer unzufriedener. Was ist denn mit dir los, frage ich ihn,… ach lass mich in Ruhe du kleiner Zwerg antwortet er schlecht gelaunt. Er knurrt auch Frauchen an, sie schaut überrascht und auch sie fragt ihn was los ist. Nix ….nur voll langweilig …und doof ….und blöd.

 

Wir fragen uns, was denn sein kann, und eines Abends macht Frauchen am Fenster eine Entdeckung. Zwei Füchse halten sich im Garten auf und räubern Barrys Napfinhalt.

 

Es sind ein rotbrauner, burschikoser und ein hellroter, zierlicher Fuchs. Während der eine den Barry weglockt, indem Barry bellend hinter ihm herläuft, vergnügt sich der andere Fuchs am Futter. Das geht eine Weile, solange bis der Napf leer ist, beide Füchse satt und Barry sauer, genervt und hungrig. Frauchen hatte sich schon gewundert, dass Barry ein wenig abgenom-men hatte und vermutete schon, er könne womöglich Würmer haben.

 

Frauchen ruft den gefrusteten Barry. Jetzt weiß ich, was dir fehlt –  ein Kamerad. Dann haben die Füchse hier nichts mehr zu lachen. Sie geht ins Haus, bereitet für Barry eine neue Futterportion und bleibt beim Fressen in seiner Nähe.

 

Wir nennen die beiden, eigentlich ganz schön schlauen Füchse, Fee und Felinchen.

 

Abends kommt Barry zum Futtermampfen nun ins Haus, lediglich seine Kroketten bekommt er noch draußen, die mögen allerdings auch die Füchse gerne und stibitzen hin und wieder einen, meist aber mehrere.