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Ein neuer Kamerad für Barry Finn als Welpe

 

Frauchen überlegt, wie sie Barry helfen kann. Herdenschutzhunde sind gerne im Rudel mit vielen Hunden zusammen und auch Barry benötigt zum Beschützen des Alten Forsthofes ersichtlich Unterstützung.

 

Sei mir nicht böse, bellt Barry, aber du bist mir hier draußen keine große Hilfe und in der Nacht passt du auf Frauchen auf. Ich brauche einen Kollegen für das Gelände.

 

Kann ich gut verstehen; also sitze ich im Körbchen unter Frauchens Computer und schaue zu, wie sie dort nach einer Lösung sucht.

 

Ich hab es, ruft Frauchen begeistert, wir nehmen aus dem Tierschutz einen Pflege-hund auf. Es sollte ein Junghund unter einem Jahr sein, damit es zwischen Barry und dem Neuen nicht gleich zu Beißattacken kommt.

Frauchen schaut nach Tierschutzorganisationen, die versuchen, junge Herden-schutzhunde zu vermitteln. Diese sind schon ein wenig speziell und man benötigt für die Haltung der entsprechenden Rassen eine Menge Erfahrung und v.a. ein großes Grundstück.

In NRW wird sie fündig. In der Nähe von Herford befindet sich eine Tierschutzorga-nisatio, die versucht, junge Herdenschutzhunde aus Italien sogenannte  Marem-manos in Pflegestellen unterzubringen. Frauchen schaut im Netz, ob diese Organisation seriös erscheint und liest sich durch die Foren. Anscheinend alles okay.

Auf der Internetseite findet sie einen Ansprechpartner und ruft die betreffende Betreuerin für Pflegestellen von Herdenschutzhunden an. Diese ist begeistert und bittet Frauchen, die notwendigen Formulare auszufüllen. Darin wird die finanzielle und häusliche Situation abgefragt.

Fast alle Pflegestellenverträge enthalten massive Nachteile zu Ungunsten einer Pflegestelle. Meistens müssen nicht nur die komplette Futterversorgung, sondern auch die anfallenden Tierarztkosten von der Pflegestelle vollständig selbst aufge-bracht werden. Auch Schäden, die ein solcher Hund im Haushalt anrichtet, muss die Pflegestelle i.d.R. selbst tragen. Außerdem herrscht entweder gar kein, oder kaum ein Mitspracherecht in Bezug auf die Abgabestelle des Hundes. So etwas wollte Frauchen nicht und fragte immer wieder bei dieser Organisation nach. Die Antworten und auch die Änderungen im Pflegestellenvertrag wurden danach akzeptabel, und so wurde ein Kontroll-Termin vor Ort gemacht.

 

Da kommen dann Menschen nachschauen, ob man alle Angaben zur häuslichen Situation wahrheitsgemäß beantwortet hat und ob man auch als Pflegestelle beson-ders für Herdenschutzhunde (HSH) überhaupt geeignet ist.

Meistens kommen befreundete Tierschützer vor Ort, zu Frauchen kam aber eine Tierärztin direkt vom Veterinärsamt Ludwigslust.

Kurz bevor die Dame auftauchte, hat Frauchen uns noch klar gemacht, dass wir uns nun zu benehmen hätten, freundlich und vor allen Dingen folgsam sein sollten.

Tatze hoch und versprochen. Aber leider haben wir doch Alles falsch gemacht.    Barry und ich waren lästig; er hat sich dauernd zwischen die Tierärztin und Frauchen gedrängelt und ich habe immer mitgequasselt und dauernd gebellt.

 

Frauchen verdreht die Augen und gibt uns ein Zeichen, doch ´mal die Klappe zu halten und uns einmal zu benehmen…. Jetzt drehen wir aber erst so richtig auf. Barry jagt die Rinder und Gänse und ich versuche die Tierärztin zu pietschen.

 

Ach.. ist das schön hier bei Ihnen säuselt völlig angetan die Kontrolleurin, richtig idyllisch im Wald und so schön groß Alles, ideal für Hunde.

 

Sie fragt Frauchen ein paar Dinge und wir benehmen uns weiterhin völlig daneben. Da platzt Frauchen der Kragen, alle Hunde Stopp und sofort hierher. Oha, jetzt wird es ernst, Frauchen ist megasauer auf uns.

 

Ich höre auf zu kläffen und Barry steht sofort bei Fuß, …na also sagt Frauchen genervt, ….es geht doch!

 

Zum Glück hat die Tierärztin nichts mitbekommen, so schön fand sie es bei uns. Barry liegt nun brav neben Frauchen und auch ich verhalte mich still auf ihrem Arm.

Frauchen und die Tierärztin unterhalten sich noch eine Weile über Hundeange-legenheiten, und zum Abschluss bekommt Frauchen ein Prädikat 1 als eine der besten Pflegestellenplätze in MV. Zum Abschied sind wir dann brav, und somit steht einem neuen Hundekumpel nichts mehr im Weg.

 

Einige Tage später meldet sich der Verein und möchte mit Frauchen besprechen, welchen Hund sie gerne in Pflege bei sich aufnehmen möchte.

 

Wenn es ein Rüde ist, darf er nicht älter als 6 Monate sein, gibt Frauchen zu bedenken, …eine Hündin muss kastriert sein. Barry mag Hundedamen. Er bleibt immer höflich und charmant, selbst wenn die Hundedamen ziegig bzw. zickig sind, wie z.B. Onja unsere Nachbarshündin.

Wenn wir bei unseren Gassi- Ausflügen bei Onja vorbeikommen, fragt er immer freundlich an, wie denn das heutige Befinden ist und Onja schleudert ihm nur ein Verpi... dich entgegen. Dir auch einen schönen Tag, wünscht Barry und geht einfach weiter.

Ich finde das ziemlich unverschämt von Onja und belle sie an, nicht so unfreundlich zu sein. Ach lass nur meint Barry, schöne Damen dürfen sich einfach mehr erlauben.

Doofe Ziege belle ich Onja zu. Die wendet sich aber nur angeberisch ab und beachtet uns nicht weiter. Nun gut…. ist sein Bier, aber ich wollte nur erwähnen, wie nachgiebig Barry bei Hundemädels ist.

Der Verein wollte Frauchen erst einen 5 Monate alten Maremmano-Mischlingsrüden zuweisen.

Da der Hund schon früher mit dem TRAPO (Transport) aus Italien anreiste und Herrchen erst 3 Tage später den Hund und noch eine Notfall-Hündin mitbringen wollte, sollte dieser noch bei einer Familie in Bielefeld bleiben.

Diese Familie hatte sich eine Schwester von Pipo, so hieß der Junghund ausgesucht, nicht als Pflegestelle sondern als Endplatz.

Und wie das Leben so spielt, als Herrchen den Hund abholen wollte, waren die Tränen reichlich und so blieb auch dieser Hund nun als Endplatz bei der Familie – Vermittlung im Turbo-Tempo.

 

Dafür kam aber die Notfall-Hündin namens Lale.Lale - Pflegehündin

Lale, was für ein hübsches Maremmano-Mädchen. Weiß mit Sommersprossen und gerade 6 bis 7 Monate alt. Sie war eigentlich für eine andere Pflegestelle reserviert, wurde aber während des Transportes aus Italien abgesagt. Nun war die Not groß,…. wohin mit Lale. Der Verein hatte keine Unterbringungsmöglichkeiten und fragte Frauchen, ob sie auch zwei Junghunde aufnehmen könnte.

Pino + Finni

 

Frauchen überlegte kurz und sagte zu. Herrchen war erst nicht so begeistert, besonders von den Kosten der vielen hungrigen Mäuler.

 

Da Pipo nun einen Endplatz gefunden hatte und Lale bei der Vorsitzenden des Vereines einen kurzzeitigen Unterschlupf gefunden hatte, holte Herrchen Lale in einer Tansportbox dort 3 Tage später ab.

 

Vor Ort waren alle froh, Menschen wie Hunde, dass diese Hündin vom Hof war, die spinnt ja total, kläfft nur und will die anderen Hunde beißen. Menschen mag sie auch nicht besonders, meinte die Vorsitzende. Ihren Lebensgefährten wollte Lale nämlich auch sofort beißen. Herrchen ist mulmig, ob das gut gehen wird mit uns, aber er nimmt Lale mit.

Als die beiden nach stundenlanger Fahrt hier ankommen, laufen wir alle sofort zum Auto. Herrchen öffnet  die Heckklappe und uns schaut ein junger Hund ängstlich und frech zugleich an.

Frauchen lässt sich nicht beirren, holt eine Leine und öffnet die Transportbox. Lale zittert, sie hat Angst. Frauchen leint sie an und lässt sie aus der Box ins Freie springen. Hier will Lale sofort nach Barry und mir schnappen, nichts da.. sagt Frauchen und auch wir dürfen nicht knurren. Wir gehen jetzt eine Runde über das Gelände und lassen Lale Alles beschnuppern. Zuvor musste Lale uns aber erst einmal an sich schnuppern lassen. Sie wollte das nicht, aber Frauchen drehte uns ihr Hinterteil zu und hielt den Kopf damit sie nicht nach uns schnappt.

 

Du bist hier zu Besuch, und du musst dich erst ´mal vorstellen, sagt Frauchen zu Lale. Sie wird ruhiger und lässt das Abschnuppern zu. So und nun zeigen wir Lale das neue Zuhause.

Toll. Super, Barry ist begeistert, auch ich finde Lale nett – noch!

Puh das war so anstrengend, ich bin kaputt, Barry ist müde und Lale fallen auch schon die Augen zu.

 

Ich erzähle morgen weiter, ich wünsche allen eine gute Nacht, rolle mich auf dem Sofa ein und bin im Nu eingeschlafen.

 

Der abendliche Rundgang im Garten war wunderschön. Die Grillen zirpten, irgendwo im Wald rief ein Käuzchen und die Sterne am Himmel begannen zu funkeln.

Lale schnupperte hier und da, machte brav ein Bächlein. Frauchen lobte sie und wir gingen zurück ins Haus. Barry blieb wie immer des Nachts draußen.

Im Haus gab es ein ganz kleines Vespa für Lale, besser gesagt… meine Reste vom Abendbrot und eine Handvoll Trockenfutter.

 

Lale legt sich zum Schlafen neben Herrchen ins Wohnzimmer. Herrchen schaut gerne lange fern und schläft dann meist auf dem Sofa ein.

 

In der Nacht steht Frauchen auf, um nach Lale zu schauen. Hunde von der Strasse sind meistens nicht stubenrein und müssen daher noch viel lernen, wie man sich im Haus verhält.

 

Lale kommt uns schwanzwedelnd im Flur entgegen. Frauchen hebt die Nase und schnüffelt, nee… ich rieche nichts, sagt sie und meint damit, dass Lale ihr Geschäft nicht in der Wohnung hinterlassen hat.

 

Frauchen schaut aber lieber noch einmal die unteren Zimmer nach, entdeckt nichts, und so gehen wir raus in die schöne milde Sommernacht.

 

Barry begrüßt uns freundlich, doch Lale knurrt wie wild. Schluss jetzt, sagt Frauchen zu Lale, aber Barry entfernt sich und geht mit mir auf Schnüffeltour. Das will Lale auch und schließt sich uns an, nur zu nah darf der Barry nicht kommen, dann knurrt sie wie wild.

 

Im Garten darf Lale nun ohne Leine laufen. Die Rinder, Gänse und Hühner sind in ihren Ställen über Nacht eingesperrt und die Rinder, zusätzlich und vorsorglich auch noch eingezäunt hinter Strom.

 

Das muss Lale morgen noch lernen, was ein Stromzaun ist und ich zwinkere Barry zu. Ohja, wir wissen das beide aus leidvoller Erfahrung. Frauchen hat den Strom zwar extra schwach eingestellt, auf Pferdeniveau, weil die ebenso empfindlich reagieren wie ich, aber es hat Barry und mir schon gereicht.

 

Barry hat es an der Nase erwischt und mich am Rücken. Geschrei und große Not. Frauchen hat uns oft an den Zaun geführt und energisch VORSICHT dabei gerufen. Die Rinder haben das schnell gecheckt und gemerkt,…der Zaun ist gefährlich.

 

Barry und ich haben uns damals nicht für diese Maßnahme interessiert, und wir sind weiterhin unter dem Zaun durchgehuscht. Siehste… doch, nichts passiert haben wir dann vor Frauchen geprahlt und uns ihr VORSICHT, wer weiß denn wo hingesteckt.

Aber dann hat es den Barry an der Nase erwischt. Er hat so geschrien, mein Gott…. vor Schreck hab ich eingepullert;  Barry wie von Sinnen ab unter die Büsche und ward nicht mehr gesehen. Frauchen geht ihn suchen und versucht ihm klarzu-machen, dass das ein Stromschlag war. Ich geh hier nicht mehr raus, was war das denn…jammert Barry kleinlaut.

 

Nach ein paar Tagen hatte ich den Vorfall schon vergessen, Barry blieb aber jetzt immer vor dem Zaun stehen, während ich noch munter untendurch schlupfte. Und dann passierte es auch mir,…. zack ein Schlag durch den ganzen Körper, ich war wie gelähmt, der Schmerz ungewöhnlich und seltsam, …dann erneut ein Schlag.   Ich schrie auf, lief weg und fiel fast in Ohnmacht. Frauchen kam noch schnell angelaufen, und nahm mich auf den Arm. Ich zitterte und weinte,… was war das denn?  Frauchen nickt zum Zaun und meint, der da wars. Barry kommt hinzu, jetzt weißt du ´s. Diesen Schmerz kann man nicht beschreiben, es tut einfach sehr weh, sagt Barry mitfühlend und schnuppert mich fürsorglich ab.

 

Ab jetzt seid ihr zaunsicher, so nennt man das, wenn Hunde schön hinter dem Stromdraht bleiben, lächelt Frauchen mitfühlend.

Ich will das nie wieder spüren und passe nun höllisch auf, wenn Frauchen laut VORSICHT ruft oder ein Stromzaun in der Nähe ist.

 

Am nächsten Morgen gehen wir alle zusammen spazieren, den Wald kennenlernen, sagt Frauchen zu Lale. Herrchen kommt zur Unterstützung auch mit. Lale kann ja noch nicht gut an der Leine gehen, meint Frauchen, wir müssen das halt üben.

Herrchen nimmt Barry an die Leine, ich darf frei laufen und bleibe auch brav hinten, Lale zappelt an der Leine bei Frauchen.  

Hunde-Spaziergang

Hunde-Spaziergang

Zappel hier und Zappel da,… Lale windet sich stetig und versucht von der Leine zu kommen. Nichts da, erst ´mal folgsam gehen.

Herrchen wartet mit Barry, auch weil Frauchen mehrfach den Weg übt. Das Zappeln lässt nach, und wir gehen zügig voran. Es klappt immer besser, und als Lob darf Lale am Kanal zusammen Barry von der Leine.

(Anm. der Autorin: Ein Ableinen von Pflegehunden bzw. Neuzugängen sollte immer sorgfältig abgewogen werden. Es ist wichtig den Hund gut einzuschätzen, sonst kann es passieren, dass er abgängig wird und am Ende nicht mehr aufzufinden ist).

 

Lale freut sich und tobt mit Barry wild umher. Frauchen ruft Barry immer wieder zu sich und wenn auch Lale kommt, gibt es ein freundliches Streicheln. So, das reicht jetzt, meint Frauchen zu Herrchen, beim nächsten Ruf leinen wir beide Hunde wieder an. Gesagt, getan, Lale lässt sich ebenso wie Barry sofort anleinen und geht fröhlich mit. Sie hat sofort großes Vertrauen zu Frauchen, will Alles richtig machen und weicht ihr nicht von der Seite. Von daher knurrt sie Barry und jetzt auch mich ständig an, wenn wir zu Frauchen wollen.

Schluß jetzt, ….energisch maßregelt Frauchen Lale, aber die lässt sich nicht darauf ein. Barry zieht dann lieber Leine und verkrümelt sich unter seinen Busch. Ich knurre auch und Frauchen setzt mich in mein Körbchen. Lale, Platz, sagt Frauchen streng, hier ist dein Korb, hinein mit dir und warten. Es gibt Futter, Barry bekommt sein Fressen wie immer draußen,… er mag keine Zuschauer und frisst gerne in Ruhe.

Lale und ich bekommen unseren Napf im Haus.

 

Lale ist aufgeregt und hungrig, sie muss ja noch Alles lernen.

Als das (Fr)Essen serviert wird, schlingt sie alles im Nu in sich hinein und will nun auch meine Portion wegfressen, Frauchen springt auf und stellt sich dazwischen. Ein scharfes Nein/No von Frauchen und Lale legt sich hechelnd hin. Gut so braves Mädchen, du darfst am Ende den Rest von Rubys Mahlzeit aufessen, sofern es einen gibt. Gesagt, getan, ich bin fertig und Lale schleckt meinen Napf sauber.

Barry kommt rein und wird sofort von Lale attackiert. Frauchen schimpft auf Lale und Barry geht lieber wieder nach draußen.

 

Das Telefon läutet, die Pflegestellenbetreuung ist dran und fragt nach Lales Befinden. Frauchen erzählt, dass Lale noch unsicher ist und den Barry ständig anknurrt. Die Betreuung berichtet, das Lale zusammen mit ihrer Mutter aufgegriffen wurde. Sie wurde auf der Strasse geboren. Ihre Mutter wurde von den anderen Straßenhunden ständig angegriffen und auch schwer mit Bisswunden verletzt. Lale musste sich also sofort verteidigen und kennt nur den Angriff. Aber ansonsten wäre sie doch ein Sonnenschein. Woher wollen Sie das denn wissen, fragt Frauchen verwundert, Sie haben den Hund doch nie vor sich gesehen. Ihr wurde das so zugetragen, entgegnete die Betreuung und beendet dann schnell das Gespräch.

Komisches Gespräch, denkt sich Frauchen. Einen Hund als lieb zu bezeichnen, den man nur vom Foto kennt.

 

Frauchen macht sich aber keine weiteren Gedanken und wir gehen nach dem Verdauungsschlaf raus, um Lale die anderen Tiere und den Stromzaun zu zeigen.

 

Lale findet Alles toll bei uns, lecker Futter und immer genug,… die Tür steht meist offen, man kann immer rein und raus – einfach nur klasse.

 

Auch bei der Fütterung hat Frauchen eine besondere Einstellung. Tiere, die Futternot haben, zanken sich bis in den Tod. Hunger verursacht Panik und erzeugt Angst.

 

Frauchen stellt uns zu den eigentlichen leckeren Mahlzeiten ( 2 x tgl.) ausgiebig, also ausreichend Trockenfutter hin. Kein ( für uns ) besonders Leckeres, meist nur ein einfaches aus dem Discounter, aber es wäre halt immer was zu knabbern da, für den kleinen Hunger. Manchmal bleibt das Trockenfutter tagelang unberührt, bis dann Barry alles aufknabbert und ich die Reste vom Boden auflese. Ich mag unheimlich gerne angeknabbertes aus Barrys Maul gematschtes Trockenfutter, genau meine Mundgröße und schon angeschleimt,   soooo  lecker.

Frauchen schüttelt sich zwar, aber uns ist das wurscht, Hauptsache es schmeckt.

Mein kleiner Müllhund, scherzt Frauchen mit mir, wenn ich mal wieder nach Barry den Boden sauberschlecke.

 

Lale kennt das nicht - genug Futter - und darf sich sattessen. Danach ist unbedingt Ausruhen angesagt, wegen etwaiger Magendreher; erst dann kommen die Schulaufgaben.

 

Das macht ruhig und nimmt die Angst, wenn die Sorge ums Futter nicht mehr die Oberhand bekommt, sagt Frauchen bestimmt.  Es stimmt und so geht Lale freundlich mit und lässt sich die anderen Tiere zeigen. Die Gänse lässt sie links liegen, nur bei den Rindern will sie sogleich losbeißen.

Vorsicht, -- der Zaun -- belle ich ihr zu, aber Frauchen hat sie schon am Halsband. Sie holt die Schleppleine, leint Lale an und wir setzten uns alle in der Nähe hin, um die Rinder zu beobachten.

 

Lale lernt das schon, nicht wahr du kleine Maus, sagt Frauchen, streichelt Lale und lässt sie in Ruhe schauen.

Lale ist sehr schlau und lernt schnell, dass Frauchen in unserem Rudel das Sagen hat. Deshalb versucht sie sich unentwegt bei ihr einzuschleimen. Sie läuft ihr nur hinterher, will gestreichelt und beachtet werden. Mich läuft sie dabei einfach über den Haufen und Barry knurrt sie böse an. Die ist aber doof, belle ich zu Barry, nachdem sie wieder einfach über mich drüber gelatscht ist um ganz nah bei Frauchen zu sein.

Lale - Pflege-Hündin

Beruhige dich, meint Barry mitfühlend, ein paar Tage geben wir ihr noch, wenn es dann nicht besser wird, regele ich das.

 

Frauchen bemüht sich, das Anschleimen und uns Wegknurren von Lale zu beenden, sie aber macht das unbeirrt weiter, bis zu dem Tag ……., ja zu

 

                    dem Tag, der alles veränderte.

 

Herrchen war mal wieder da, hurra, es gibt etwas Mitgebrachtes. Herrchen steht am Auto und will jedem ein kleines Leckerlie als Hallo geben.

 

Barry und ich warten freundlich und höflich ab, aber Lale knurrt und fletscht …..ist wirklich doof und will Alles für sich alleine.

 

Barry geht frustriert in die Büsche - ich knurre auf Frauchens Arm.

Lale frisst Alles auf, findet sich ganz toll und meint nun auch auf Frauchen aufpassen zu müssen. He, Fräulein, ruft Frauchen, so aber nicht, ab mit dir auf deinen Platz. Lale zieht mit eingezogenem Schwanz in ihr Körbchen und mault.

 

Herrchen ist besorgt, er fragt Frauchen, ob die Zeit mit Lale sehr anstrengend war. Sicherlich, meint Frauchen müde, aber es lohnt sich, sie wird einmal ein feiner Hund, wenn sie ihr Trauma vergessen kann.

Im Haus sitzt Lale sofort wieder neben Frauchen und verlangt nach deren Zuwendung.

 

Frauchen schickt sie zurück auf ihren Platz, Lale trottet niedergeschlagen davon. Frauchen und Herrchen setzten sich im Wohnzimmer auf die Couch um miteinander zu reden, da schlurft Barry herein und will sich neben Herrchen setzten. Lale rauscht aus ihrem Korb, greift sofort Barry an und es entwickelt sich ein wildes Gerangel mit Beissen, Knurren und Fletschen.

 

Barry ist völlig perplex und fühlt sich überrumpelt. Aber nun reicht es auch ihm endgültig!  Diesem frechen kleinen Fräulein muss mal jemand Konsequenz aufzeigen und Manieren beibringen. Einen adulten Rüden anzufallen ist eigentlich Selbstmord und Barry setzt seine Zähne nur mäßig ein. Lediglich seine Kraft lässt er spielen, wirft Lale mit einem Ruck auf den Rücken und hält seine Zähne an Lales Kehle. Vorsicht Fräulein, mit mir legst du dich nicht an, benimm dich ´mal. Lale versucht sich zu wehren, aber Barry hält sie fest, nach viel Geschrei (nur Masche- zur Abwehr-  Hundeverhalten) gibt sie auf.

 

Barry lässt sie los und treibt sie in die Wohnzimmerecke zwischen Heizung und Fernsehtisch, da bleibst du … bis ich es dir sage, ….und es wird nicht nach hinten geschaut, nicht geknurrt gar nichts machst du, ….hast du verstanden.

Ja, kommt es ganz kleinlaut aus Lale heraus. Hast du verstanden, knurrt Barry noch einmal …dreht sich um und geht hinaus.

 

Herrchen sitzt wie versteinert da. Das war Hundeerziehung meint Frauchen fröhlich – besser geht´s nicht. Sie steht auf, geht zu Barry in den Garten, lobt ihn für sein besonnenes Verhalten und fragt, wann Lale wieder aus der Ecke kommen darf. Warte noch ein wenig,…. dieses Dämchen ist unsagbar frech und dann muss sie sich auch noch bei mir entschuldigen.

 

Frauchen geht wieder ins Wohnzimmer zurück, Lale sitzt noch mit dem Kopf zur Wand in der Ecke.

Darf ich wieder raus - wimmert es zaghaft aus der Ecke, ist Barry noch hinter mir?

 

Frauchen reagiert nicht auf Lales Wimmern, Herrchen will Lale beistehen. Frauchen hebt die Hand und mahnt ihn zur Ruhe. Sie setzt sich neben Herrchen aufs Sofa;     ich habe mich auf dem Sofa in mein Körbchen verkrochen. Ich hab zwar Angst, bin aber sehr interessiert wie es nun weitergeht. Frauchen ruft Barry rein, er will erst nicht, dann lockt sie ihn mit einem Leckerchen.

 

 

Im Wohnzimmer fragt sie ihn, ob die freche Göre hinter dem Fernseher jetzt wieder hinaus darf. Barry knurrt ….meinetwegen, nimmt sein Leckerchen und verschwindet wieder im Garten.

So Lale, dann komm raus, sagt Frauchen und steht vom Sofa auf, um mit Lale nach draußen zu gehen. Ich laufe neugierig hinterher.

 

Du weißt, was du nun machen musst, …Frauchen beugt sich zu Lale und schickt sie los.

 

Ja, weiß ich, sagt sie ganz, ganz leise. Sie zieht den Schwanz ein, geht zu Barry, duckt sich nieder, wirft sich vor ihm auf den Boden und hält ihre Kehle hin. Barry schaut erst weg, dann dreht er seinen Kopf und schnuppert sie an.

Entschuldigung, winselt Lale leise. Ich lasse es jetzt gut sein mit dir, erwidert Barry mit ein wenig Knurren in der Stimme, aber du hast hier nichts zu melden, wir sind ein Rudel und du musst dich einfügen, hast du das verstanden .

Ja, ich habe es verstanden; …Lale rappelt sich hoch und leckt Barry das Maul.      Geh spielen, sei Welpe …sagt er zu Lale, steht auf und geht in die Büsche.

In diesem Moment legt sich bei Lale der Schalter um. Sie wird kindisch, spielt und  freut sich des Lebens.

 

Das ist die hohe Kunst des Hundeverstehens meint Frauchen. Mein lieber Barry, der beste Hundelehrer, ich hätte sie nicht geknackt bekommen.

Ich schaue ehrfürchtig nach Barry, toll gemacht, raune ich ihm leise zu. Barry brummelt und wünscht mir nun viel Spaß mit der jetzt lieben Freundin.

 

Danke belle ich zurück, das Leben ist doch schön!

Schön leben

Ruby schönes Leben